Zweitliga-Außenverteidiger

„Oliver Sorg ist ja nicht mal zweitligatauglich!“… Das hat latent genervt und hörte komischerweise [Ironie wurde verboten] auch erst auf, als 96 nach dem Trainerwechsel insgesamt besser zu verteidigen begann. Dafür hieß es dann plötzlich „Breitenreiter der Teufelskerl; dass der sogar den Sorg und den Albartros hingekriegt hat…“ Beides nervig, beides (gerade so) Motivation genug, Zahlen zu sammeln und sich die Außenverteidiger der zweiten Liga im Vergleich anzuschauen. Davor werden aber grundsätzliche Überlegungen zu solchen Sachen diskutiert (kann man hiermit überspringen).

Relevante Außenverteidiger-Statistiken

Man kann das Thema abkürzen: Es gibt allgemein nicht genug Defensivstatistiken. Wenn nur Sachen notiert werden, die was mit dem Ball zu tun haben, können auch nur nicht-offensive Aktionen gesammelt werden, die die gegnerische Aktivität mit dem Ball unterbrechen. Das ist wie immer dann nur ein Ausschnitt aus dem ganzen Spektrum des Fußballs, aber vorerst müssen wir uns mit den wenigen Defensivmetriken aus dem ohnehin überschaubaren Pool der frei verfügbaren Statistik begnügen (aber wohl nicht mehr lange). Wie für jeden Verteidiger sind also Tacklings (auf die Balleroberung ausgerichteter Zugriff auf den ballführenden Gegenspieler) und Interceptions (abgefangene gegnerische Pässe) relevant, ein bisschen auch Blocks (dem Gegner in den Schuss oder Pass reinlaufen und wegkicken) und Klärungen (Ball auf die Tribüne bolzen). Kopfballduelle könnte man sich auch angucken, aber da wir uns auf Außenverteidiger beschränken, also Spieler, die a) nicht nur nach Verteidigungskriterien gescoutet werden und die b) im freien Spiel eher in den Räumen zu vermuten sind, aus denen ein Ball herausgespielt wird, der mal weggeköpft werden sollte, ist es für uns nicht allzu interessant.

Außenverteidiger werden darüber hinaus gerne danach beurteilt, wie gut sie flanken können. Wer ständig nach vorne rennt und den Ball von der Grundlinie aus nach innen haut, kriegt in der Regel viel Applaus. Ob das immer eine wirklich gute Idee ist, kommentieren wir nicht (ok, doch: nein, ist es nicht), aber die Anzahl der Flanken kann zumindest in gewissem Ausmaß als Anzeichen von Offensivpräsenz gedeutet werden, solange man keinen Zugriff auf aussagekräftigere Zahlen wie zum Beispiel „Ballkontakte im letzten Drittel“ hat. Um die Spieler nicht zu benachteiligen, die vielleicht das Unterlassen von Flanken aus taktischen Gründen aufgetragen bekommen haben, aber trotzdem ganz gute Fußballer sind, nehmen wir noch Dribblings dazu. Da Außenverteidiger gerne als Hybridspieler zwischen Abwehr und Angriff angesehen werden und es für Angriffsspieler ganz gut ist, wenn sie Torschüsse vorbereiten, nehmen wir die auch auf (Key Passes).

Ballbesitzgewichtung

Es gibt nicht nur nicht viele Defensivstatistiken, auch sind die vorhandenen nicht besonders erklärungskräftig für den Erfolg von Mannschaften oder die Qualität von Einzelspielern. Man kann ihre Aussagekraft allerdings bis auf ein zumindest signifikantes Niveau anheben, wenn man sie normiert und an Hand des Ballbesitzes gewichtet. Wer den Ball selber hat, kann schließlich keine Verteidigungsleistung im Sinne der Tacklings und Interceptions leisten (die Spielphasen sind ja ohnehin im Fluss und deshalb gibt es natürlich schon viele Möglichkeiten und Notwendigkeiten, sich mit dem Ball auf die Zeit ohne vorzubereiten, aber das führt jetzt zu weit). Deshalb haben wir den defensiven Output der Außenverteidiger der 2. Liga (und Flügelverteidiger in Fünferketten, die nicht von Bochum gespielt wurden, denn Bochum ist verrückt) für jedes Spiel bzw. für die jeweilige Spielphase, in der sie auf dem Platz standen, für den jeweiligen Ballbesitzwert gewichtet. Die Formel dazu kommt von statsbomb.com, ist aber nicht nur schon fast drei Jahre alt, sondern auch allgemein ein bisschen zweifelhaft – zumindest für unsere Verwendung. Die Verteilung des Gewichtungsfaktors an Hand des Ballbesitzswertes sieht nämlich so aus:

Gewichtungsformel Team

(von vfbtaktisch hergestellt; x-Achse: Ballbesitz von 0 bis 100, y-Achse: Gewichtungsfaktor von 0 bei x=0 bis ca. 2 bei x=100)

Das bedeutet, dass die Funktion am strengsten zuschlägt (=am steilsten ist) und die Defensivzahlen im Vergleich am deutlichsten auf- und abwertet, wenn der Ballbesitz zwischen den beiden Mannschaften ungefähr ausgeglichen ist (also im Bereich um 50% Ballbesitz herum; bei genau 50% passiert natürlich nichts, dort, aber eben nur dort liegt der Faktor bei 1). Erstens gibt es eigentlich keinen logischen Grund für eine solche Verteilung (es könnte auch eine andere sein, diese hier wird jedenfalls nicht zwingend durch den Nutzen vorgegeben), aber vor allem beschäftigen wir uns ja zweitens nicht mit allen Tacklings ganzer Mannschaften, sondern nur mit denen von einzelnen Spielern. Und für die Möglichkeit zum Abfangen eines Passes spielt es für den einzelnen Spieler vermutlich eine sehr viel kleinere Rolle, ob sein Team 46 oder 54 Prozent Ballbesitz hat, als es das für seine Mannschaft insgesamt tut. Die Funktion ist in genau diesem Bereich aber am einflussreichsten und sorgt für die größten Veränderungen pro Abschnitt auf der Achse.

Für den einzelnen Spieler, der ja vereinfacht gesagt nur ein Zehntel der gesamten Zugriffschance seiner Mannschaft auf den Ball hat, ist es also eigentlich logischer, dem Bereich um 50% Ballbesitz herum die am wenigsten große Steigung der Gewichtungsfunktion zuzuweisen. Wenn der Gegner 70% oder mehr vom Ball hat, darf man hingegen ruhig strenger werden, weil die Differenz zum Durchschnitt dann so groß ist, dass der einzelne Spieler schon wesentlich häufiger in die Gelegenheit kommen können sollte, sich nachdrücklich in die Statistik einzubringen. Ob das tatsächlich zu verlässlicheren Zahlen führt, müsste man natürlich erst einigermaßen aufwändig ausprobieren und die Formel schrittweise anpassen. Grundsätzlich sähe eine vielleicht bessere Einzelspielerstatistik-Gewichtungsfunktion aber ungefähr so aus:

Gewichtungsformel Spieler

Nur vermutlich nicht ganz so breit um 50% auf der x-Achse herum.

Vermutlich besser wäre, die tatsächlich geleisteten Interceptions oder Tacklings einfach pro Minute gegnerischen Ballbesitzes anzugeben. Das wäre insofern fair, weil keine unterschiedlichen Steigungen in irgendwelchen Funktionsgraphen zu sehen wären, der Ballbesitzanteil also quasi linear bewertet würde. Manchmal sind die einfachen Ansätze ja auch nicht ganz dumm (die Idee kommt natürlich auch von vfbtaktisch). Da dieser, wie auch der zweite Ansatz aber im Gegensatz zum verwendeten Modell noch nicht im großen Stil ausprobiert wurde, müssen wir uns im Bewusstsein kleinerer Ungenauigkeiten mit dem begnügen, was wir haben. Das ist auch insofern unproblematisch, als der Ballbesitz in der zweiten Liga insgesamt ziemlich ausgeglichen ist und sich daher die möglichen Verzerrungen durch die Ballbesitzgewichtung über eine Saison hinweg relativieren. Schließlich haben wir nur Spieler in die Datenbank aufgenommen, die mehr als acht Mal über mehr als 30 Minuten zum Einsatz gekommen sind (die Werte wurden dann auch auf 90 Minuten hochgerechnet), sodass sie hoffentlich nicht zu stark von den Schwächen der Funktion betroffen sind. Acht ist natürlich auch eine willkürlich gewählte Grenze, aber es gab zufälligerweise ein paar Spieler mit sieben und acht Einsätzen. Je größer die Anzahl an Spielern wird, desto aussagekräftiger wird der Durchschnittswert, und da sieben weniger als acht ist haben wir eben die mit acht Einsätzen genommen. Und auch, wenn die eingesetzte Gewichtungsformel ein bisschen Bauchschmerzen bereitet, hat sie ja einen erwiesenen Nutzen und produziert auf jeden Fall bessere Ergebnisse als die ungewichteten Zahlen, sodass das schon in Ordnung geht (andererseits wiederum: die Möglichkeit zu Interceptions gibt es auch bei Mannschaften mit viel Ballbesitz und gutem Gegenpressing häufiger, in dem Fall würden sie von einer Ballbesitzgewichtung wie im ersten Modell vielleicht doppelt bevorzugt; ist aber für die zweite Liga nicht so relevant).

Darstellung: Radar-/ Netzgrafik

Leider werden sich nicht allzu viele Leute finden lassen, die sich einfach Tabellen mit Zahlen anschauen und dann hinterher einen guten Eindruck davon haben, wie und wie gut ein Spieler in der letzten Saison gespielt hat. Die Visualisierung muss deshalb den Inhalt gut abbilden und gleichzeitig einigermaßen verständlich sein. Ursprünglich hatten wir eine etwas zweckentfremdete Säulen-Diagramm-Variante im Sinn, aber das ließ sich leider nicht umsetzen. Gewöhnliche Säulen sind wiederum ein bisschen zu dröge und laden nicht unbedingt zur näheren Betrachtung ein, sodass wir uns wieder mit nur mittelguten Lösungen behelfen müssen. Und weil es im Internet ohnehin schon einige dieser Netzgrafiken für ziemlich den gleichen Zweck gibt, machen wir das eben auch. Dabei gibt es ein paar gute Argumente dagegen (Was heißt die Fläche überhaupt, zwischen diesen Achsen gibt es doch gar keine Werte? Wenn die Fläche also eigentlich nichts heißt, aber visuell dominant ist, achtet man weniger auf die einzelnen Werte usw.).

Aber ein bisschen versuchen wir dem entgegenzuwirken, indem wir (unter anderem deshalb) die Werte nicht absolut angeben, sondern als Prozentwert vom jeweiligen Liga-Maximum. Der Bestwert irgendeines Außenverteidigers in jeder Einzeldisziplin ist also der Maßstab der relativen Bewertung, sodass die abgebildete Fläche auf dem Radar zwar immer noch keine richtige Bedeutung hat, aber ungefähr als „gezeigte Leistung in Prozent vom maximal in der Liga erreichten“ gelesen werden kann. Was bei solchen Netzgrafiken auch meistens stört ist die fehlende Referenz zu irgendeinem Vergleichskriterium, deshalb legen wir die Durchschnittswerte (wiederum in Prozent vom Maximum angegeben) darunter.

Ligadurchschnitt-Radar

Durchschnittswerte der Liga als Prozent vom jeweiligen Bestwert, darunter die absoluten Werte als eigentlich informativer Teil („PAdj“ ist die Abkürzung für „possession-adjusted“, also „ballbesitzgewichtet“. „Bgew“ wäre eine mindestens genauso doofe Abkürzung). Und ja, bei der Passgenauigkeit ist es doof. Da sind die Unterschiede zwischen den Spielern einfach zu gering, sodass der Durchschnitt zu nah am Maximum liegt und die Aussagekraft ein bisschen leidet. Der Einheitlichkeit halber, wegen des Flächen-Problems bei Radargrafiken, haben wir es trotzdem nicht absolut aufgetragen (also als reine Passquote ohne „Prozent vom Bestwert“). Aber das ist ohnehin die offenbar am stärksten von der übrigen mannschaftlichen Ausrichtung abhängige Variable: Die Korrelation der Passquoten zwischen Spielern des gleichen Vereins ist auf den ersten Blick höher als zwischen allen Spielern der Liga (bzw. es gibt geringere Schwankungen innerhalb eines Vereins als bei den anderen Metriken). Die Fouls sind übrigens umgedreht (also 100% minus den errechneten Wert), sodass grundsätzlich gilt: wo rot zu sehen ist, ist es nicht so gut (weil Fouls nicht gut sind).

Damit wird (hoffentlich) das intuitive Verständnis ein bisschen erleichtert: Wo noch Hellrot zu sehen ist, hat ein Spieler schlechter abgeschnitten, als der Durchschnitt aller Außenverteidiger (mit genug Spielzeit). Da sich 63 Spieler in der Datenbank befinden, ist der Durchschnitt als Wert in Ordnung, wird aber natürlich hier und da von einzelnen Ausreißern nach oben verzerrt – was aber auch recht stark daran liegen könnte, dass bei manchen Vereinen sehr offensive und sozusagen klassische Außenverteidiger-Rollen gefordert werden, während andere Mannschaften ihre Verteidigungsqualitäten betonen. An beiden Enden des Spektrums werden dann relativ hohe Werte für beispielsweise Flanken oder Tacklings erreicht, die von den Spielern der jeweils anderen Mannschaft schon aus taktischer Sicht nur schwer erreicht werden können. Insofern ist die vergleichende Angabe der Leistung in Prozent vom Bestwert ein eher strenges Verfahren und lässt einige Spieler ein bisschen schlechter erscheinen, als sie am Ende vermutlich sind, zumal der tatsächliche Abstand in absoluten Zahlen durch die relative Angabe dramatisiert wird. Aber wenn man das berücksichtigt, kann man durch die unterschiedlichen Formen der Flächen auf den Netzgrafiken sowohl unterschiedliche Spielertypen erkennen, als auch einigermaßen ihre Qualität im Vergleich mit den Ligakonkurrenten ablesen. Und die eigentlich sinnvollste und präziseste Angabe, die Darstellung in Standardabweichungen, nehmen wir nicht, weil das kaum jemand gewohnt ist, der nicht mal zufällig in einem Statistikseminar gesessen oder sehr merkwürdige Lektürevorlieben hat.

Keine ganz schlechten Werte bei 96

Gut, hätte man ahnen können. Schließlich leiden natürlich auch wir unter den üblichen kognitiven Verzerrungen und hätten uns vermutlich nicht die Mühe gemacht, wenn absehbar gewesen wäre, dass das öffentliche Urteil über die 96-Außenverteidiger in irgendeiner Weise objektiv begründbar wäre. Dass Oliver Sorg relativ selten zu den allseits gewünschten beherzten Sprints zur Grundlinie und hoffnungsvollen Flanken ansetzt, ist natürlich weiterhin richtig. Aber einerseits wusste man das schon, als er aus Freiburg nach Hannover kam, und andererseits scheint man sich da nicht zu sehr nach anderen Optionen zu sehnen, da jetzt mit Julian Korb eine Alternative verpflichtet wurde, die zwar zweifellos das erforderliche Grundniveau für die erste Liga mitbringt, aber eben auch ähnliche Stärken und einen nicht grundsätzlich anderen Spielertyp im Vergleich mit Sorg verkörpert. Gegen die etwas weniger guten Gegner in der zweiten Liga konnte Letzterer seine schon in der Vergangenheit konstant guten Defensivzahlen nicht nur bestätigen, sondern auch den erhofften Qualitätsunterschied deutlich machen – wohlgemerkt über die gesamte Saison hinweg und nicht etwa erst in den letzten neun Spielen. Offensiv fällt sein Beitrag hinter den Ligaschnitt zurück (vor allem beim Flanken-Output, wo wie gesagt nicht per se viel auch gut ist), aber interessanterweise auch ein wenig hinter sein aus den Erstligajahren gewohntes Niveau im Bereich von Dribblings (siehe Link). Insofern bleibt offen, wie sehr Sorgs Leistung in dieser Saison schwächer war oder inwiefern er sein Spiel an die andere Umgebung angepasst hat (/anpassen sollte).

Sorg-Radar

Viel geschmäht wurde derweil auch Edgar Pribs Leistung als Linksverteidiger, der vor allem als defensivschwach galt. Das ist im Ligavergleich nicht wirklich zutreffend, aber im Sorg-Maßstab natürlich berechtigt (diesen Vergleich verlieren aber mit zwei Ausnahmen alle Konkurrenten). Stattdessen sind vielleicht eher Pribs große Offensivpräsenz und gewissermaßen auch seine guten Zahlen im Bereich vorbereiteter Abschlüsse ein Hinweis darauf, dass er „einfach kein Verteidiger“ ist. Oder eben ein vor allem offensiv guter Linksverteidiger für gewisse Spiele.

Prib-Radar

Abgelöst und vorangegangen wurde Pribs Startelfposition als Linksverteidiger vom auch nicht unbedingt gefeierten Miiko Albornoz, der eigentlich viel mehr gefeiert werden müsste. Denn auch abgesehen von seinem grundsätzlichen Stil als kombinationssuchender Techniker konnte sich Albornoz im Angriffsspiel mit Ballsicherheit und präzisen Flanken beweisen, aber eben auch als defensiv solider Verteider (vor allem mit den auf ein gewisses Maß an Spielverständnis hindeutenden guten Zahlen bei Interceptions) eine Vertragsverlängerung erspielen.

Albornoz-Radar

Interessante Spieler bei der Konkurrenz

Nach seinen Leistungen in der ersten Liga ist es auch nicht überraschend, dass sich Stuttgarts Emiliano Insúa als konstant überdurchschnittlicher und vielleicht insgesamt bester Linksverteidiger präsentiert hat, der defensiv etwas besser, aber grundsätzlich Albornoz‘ nicht so unähnlich agiert:

Insua-Radar

Die über den Saisonverlauf zunehmende Asymmetrie im Stuttgarter Spiel mit einem zurückhaltenderen Rechtsverteidiger kann auch folgerichtig abgebildet werden. Während sich zunächst Kevin Großkreutz sehr stark über Intensität auszeichnete (Bestwert bei Tacklings und auch sehr viele Blocks und Fouls)…

Großkreutz-Radar

… interpretierte der vermutlich als Innen- oder Halbverteidiger noch besser aufgehobene Benjamin Pavard seine Rolle rechts in der Viererkette auch offensiv sehr zurückhaltend, aber weniger ungestüm. Außerdem deutet sich auch auf der für das Passspiel etwas komplizierteren Außenposition sein sehr starkes Aufbauspiel mehr als deutlich an:

Pavard-Radar

Etliche andere Vereine stellten in Sachen Offensivbeteiligung andere Ansprüche an ihre Außenverteidiger. Eine wichtige Rolle beim relativ stark ausgeprägten Flügelfokus im Angriffsspiel der Spielaufbauexperten von Dynamo Dresden spielte daher ein Spieler, der neben dem Platz außen in der Viererkette auch regelmäßig eine Position weiter vorne bekleidete. Als Außenverteidiger setzte Niklas Kreuzer die Höchstwerte im Bereich der (erfolgreichen) Flanken und auch bei den vorbereiteten Torschüssen:

Kreuzer-Radar

Anders als solche Flankenkönige gefiel uns bereits in der Hinrunde die Spielweise von Calogero Rizzuto recht gut, der darüber hinaus auch defensiv einen ordentlichen Beitrag leistet und insgesamt zu den besseren Außenverteidigern der Liga zählt:

Rizzuto-Radar

Eine ziemlich ähnliche Form kann man beim defensiv robuster auftretenden Kristian Pedersen von Union Berlin erkennen, der sich auch in der Zweitligahipster-Nachwuchself wiederfand und sein Talent konstant nachgewiesen hat. Für einen Außenverteidiger produziert der Däne recht beeindruckende Dribblingzahlen und greift zusätzlich dazu auch angenehm selten (für das Union-Spiel aber vielleicht sogar etwas zu wenig) zur Flanke:

Pedersen-Radar

Statt sich in eine solche Richtung zu orientieren, wurde Hannover 96 in den letzten zwei Jahren immer mal wieder ein Interesse am ehemaligen 96-Nachwuchsspieler und heutigen Fürther Niko Gießelmann nachgesagt. In allen Bereichen gemessen an der Zweitligaspitze ordentlich, nirgends wirklich auffällig. Aber kommt eben aus Hannover…:

Gießelmann-Radar

Auch Philip Heise wurde mal kurz in Hannover gehandelt, ist dann aber in Dresden gelandet. Defensiv vielleicht nicht gut genug:

Heise-Radar

Willkürliches

Foult selten und ist ansonsten eigentlich nur mit Flanken beschäftigt – einerseits beim Klären und andererseits beim Produzieren:

Feick-Radar

Kommt dem einen oder anderen aus Hannover vielleicht auch bekannt vor:

Djakpa-Radar

Guter Transfer für Ingolstadt, aber angeblich mit der Linksverteidiger-Rolle nicht allzu glücklich. Als Flügelverteidiger in der Rückrunde aber nahezu optimal eingebunden:

Gaus-Radar

Talente

Nach vorne gut, aber auch ein bisschen vom speziellen Bochumer Stil erzeugt, der in der Rückrunde mit einer Quasi-Fünferkette sogar noch ein bisschen verschärft wurde:

Gyamerah-Radar

Auch Bochum, auch ganz gut, aber anderer Spielertyp:

Rieble-Radar

Vielleicht deshalb interessant, weil er auch noch zentral im Mittelfeld spielen kann:

Kammerbauer-Radar

Eigentlich schon ein bisschen zu gut für die dritte Liga. Wäre ja vielleicht eine Idee für Heidenheim oder so:

Bader-Radar

Auch nächste Saison vermutlich gut eingesetzt als Flügelverteidiger in Fürth:

Narey-Radar

Auch nächste Saison vermutlich eingesetzt als Außenverteidiger oder Wingback in der zweiten Liga, aber wohl nicht in der Regionalliga Bayern:

Wittek-Radar

 

Reicht jetzt aber auch mit zweiter Liga.

 

Alle verwendeten und aufbereiteten Daten stammen von whoscored.com.

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