96 – TSG Hoffenheim 1:2

Nachdem mit dem Trainerwechsel unter der Woche „die letzte Patrone“ verschossen wurde und Tayfun Korkut seine Beurlaubung hinnehmen musste, soll der neue Cheftrainer Michael Frontzeck Hannover 96 auf die letzten Partien im Abstiegskrampf aka „wer spielt schlechten Fußball und holt trotzdem irgendwie Punkte“ vorbereiten. Mit der TSG Hoffenheim empfing 96 dabei einen Gegner, der zuletzt gegen starke Mannschaften überwiegend gut und taktisch interessant aufgetreten war, aber punktlos blieb. Kennt man irgendwoher. Große Hoffnungen innerhalb der Hannoverschen Sportberichterstattung auf mögliche Startelfeinsätze von Jan Schlaudraff, Christian Pander oder multiple Stürmer wurden dankenswerterweise schon mit der Bekanntgabe der Aufstellungen enttäuscht

Ungefähre Grundformationen. Hohe horizontale Beweglichkeit der Flügel, sehr vertikaler Andreasen, später auch Sané etwas mehr. Bei Hoffenheim so ungefähr.

Ungefähre Grundformationen. Hohe horizontale Beweglichkeit der Flügel, sehr vertikaler Andreasen, später auch Sané etwas mehr. Hauptsache Stindl rechts! Bei Hoffenheim so ungefähr.

Die erste Halbzeit

Man könnte normalerweise etwas schreiben wie „Hoffenheim startete druckvoll in die Begegnung“ und es wäre wohl auch nicht falsch. Tatsächlich startete Hoffenheim einfach nur mit einem Tor in die Begegnung, vor dessen Entstehen die Kraichgauer sich mit ihrer natürlichen Überlegenheit im Zentrum vor dem Strafraum im Kampf um den zweiten Ball durchsetzen konnten. Sané schenkte den gerade scheinbar geklärten Ball gegen Firmino her, der mit seinem Schussversuch von außerhalb des Strafraums den in Relation zur Ballposition und dem vorletzten Hannoveraner Akteur dann doch recht nah am von Zieler gehüteten Tor stehenden Modeste fand.

Psychologisch und auch taktikpsychologisch gibt es vermutlich keinen guten Zeitpunkt für ein Gegentor, aber sehr viel ungünstiger kann man wohl kaum ins Spiel starten. Nach wenigen Minuten des Sammelns normalisierte sich das Spielgeschehen jedoch und es offenbarte sich das vor dem Hintergrund des Spielstands normale Spiel. Gegen den Hannoverschen Spielaufbau machte die Elf von Markus Gisdol ihr Vorhaben wahr, das gewohnt aggressive Pressing wiederzubeleben. Die beiden Pressingspitzen des 4-3-1-2-Systems verstellten dabei in hohen Spielfeldzonen die beiden Hannoverschen Innenverteidiger, während sich Roberto Firmino vornehmlich um den Sechserraum und Salif Sané kümmerte. Beim Anspiel auf die Außenverteidiger oder auf in die Halbräume ausweichende 96-Mittelfeldakteure erzeugten die Hoffenheimer Halbspieler der Raute durch intensives Anlaufen viel Druck und Zeitnot für die Gastgeber. Wenn Hannover den Ball trotzdem flach in den eigenen Reihen hielt wurde in späteren Phasen des Aufbaus der jagende Charakter des Hoffenheimer Pressings noch dadurch gesteigert, dass sich auch der etwas überraschend als Sechser aufgebotene Strobl und Außenverteidiger Rudy in die intensive Arbeit gegen den Ball einschalteten. Hannover reagierte auf das hohe Hoffenheimer Pressing und Anlaufen – falls es nicht wie zu stark vermuten ist ohnehin schon im Plan verankert war – mit recht geradlinigen und eher simplen Aktionen über die Flügel oder langen Bällen in Richtung Joselu. Bei den Flügelangriffen dominierte zunächst die linke Seite, bei der das Augenmerk auf Grund der Spielertypen eher auf dynamischen Durchbruchs-Szenen lag. Daraus ergaben sich zwar ein paar wenige im Ansatz ordentliche Situationen, andere Angriffsansätze waren dabei für die Hoffenheimer jedoch recht leicht zu verteidigen. Nach einigen Minuten glich sich die Verteilung der Offensivaktionen stärker aus, indem nun auch die spielstärker und -intelligenter besetzte rechte Seite in das Angriffsspiel eingebunden wurde, wo sich mit Stindl und dem horizontal sehr beweglichen Ya Konan sowie dem dosiert, aber intelligent aufrückenden Schmiedebach hin und wieder gute Passwinkel ergaben, die in zumindest kurzzeitigen Kombinationen zwischen Halbraum und Flügel genutzt wurden. Insgesamt war jedoch eine sehr starke Änderung in der taktischen Herangehensweise der 96-Elf im Vergleich zur Korkut-Amtszeit erkennbar, die fast schon das Ausmaß einer strategischen Umorientierung annahm: lag unter Korkut der Fokus noch überwiegend auf dem Schaffen produktiver Staffelungen im Zentrum und dem Aufrechterhalten der flachen Ballzirkulation, verordnete Michael Frontzeck seiner Mannschaft einen eindeutigen Flügel- und vor allem Flankenfokus. Das zentrale Mittelfeld war im Spiel deutlich weniger stark eingebunden als noch vor einer (ok, gegen Leverkusen natürlich auch kaum, also: vor zwei) Wochen. Stattdessen griffen die beiden Stürmer meist nur im Zehnerraum ein, um den Ball kurz auf den Flügel abzulegen und starteten gleich wieder in den Strafraum durch und der erste Impuls im hohen zweiten oder dritten Spielfelddrittel war der einer hohen Hereingabe in die gegnerische Box.

Im Gegensatz zu so mancher Alibi-/ Verlegenheitsflanke anderer Fußballmannschaften erfolgte allerdings im Hannoverschen Fall wenigstens noch eine rudimentär als strategisch zu bezeichnende Reaktion auf diese angedachte Spielweise. Der extrem vertikal nachstoßend agierende Andreasen füllte als Vorbereitung auf die hohen Flanken ebenso den Strafraum wie der jeweils ballferne Flügelspieler, der weit ins Zentrum herüberschob. So besaß 96 mit den beiden Stürmern in den besseren Momenten des Angriffs zumindest immer eine ansprechende Präsenz im Sechzehnmeterraum des Gegners, um auf diese Weise die Flanken verwerten zu können. Die Staffelung auf den zweiten Ball blieb natürlich dadurch ziemlich flach und suboptimal, was die Hoffenheimer zumindest in Ansätzen zu Kontergelegenheiten durch das Zentrum zu nutzen versuchten, dabei aber auch nicht unmenschlich viel auf die Reihe bekamen. Am aussichtsreichsten wurde die Geschichte, wenn sie Firmino in den Halbräumen finden konnten oder er in engen Situationen im Zentrum mit dem Ball am Fuß zu kreativen Lösungen und dynamischen Aktionen ansetzen konnte. Dabei oder in ähnlichen Situationen kamen die Gäste eher zu Beginn des Spiels auch zu ein paar guten Aktionen im zweiten Drittel, scheiterten insgesamt aber immer wieder an kleineren Unsauberkeiten im Bewegungs- und Passspiel. Oft positionierten sich ihre beiden Stürmer im Ballbesitz auffällig breit, was gewisse Probleme der TSG aber eher zu verschlimmern schien. Adam „Schwalbenkönig“ Szalai war dabei aktiver im unterstützenden Zurückfallen als Sturmpartner Modeste und hielt sich auch des Öfteren in tieferen Zonen des rechten Halbraums auf, um als Wandspieler eingebunden werden zu können.

Grundsätzlich war das Spiel und die Formation der Hoffenheimer von einer gewissen Asymmetrie geprägt, da Polanski als zunächst linker Halbspieler der Raute im eigenen Ballbesitz quasi dauerhaft und zumindest in der Anfangsphase auch im hohen Pressing offensivere Zonen besetzte als sein Pendant Schwegler. In den ersten Minuten entstand so vielleicht ein leicht leitender Effekt, da oft auch Marcelo im Aufbau von Modeste etwas freigelassen wurde, während Szalai Schulz recht eng zustellte. Beim Anspielen der rechten Hannoverschen Seite durch den schockierenderweise kaum noch planvoll in den Aufbau einbezogenen Zieler konnte so etwas stärkerer Druck aufgebaut werden, dauerhaft war dieser Effekt allerdings – wenn überhaupt – nicht zu identifizieren. Zumal Hannover den Ball eh meist lang rausbolzte, um über Joselu oder den zweiten Ball auf den Flügel zu kommen, um von da zu flanken…

Auf diesem Weg ergab sich nach dem frühen Tor kein besonders prickelndes Spiel, was an beiden Mannschaften lag. Hannover bestach durch druckvolle und engagierte Simplizität und großer Ineffizienz, Hoffenheim führte ja schon und kam über einzelne gute Ansätze von Kombinationen durch das Zentrum (Raute eben…) und im Ansatz ordentliche Umschaltsituationen hinaus nur durch Freistöße zu Gefahr. Nach einem durchaus ansehnlichen Angriff über die rechte Seite kam der Ball im Strafraum zum cool laufenden Schmiedebach, der von Strobl gefällt wurde. Bezeichnenderweise erfolgte die Hereingabe in die Mitte zum gefühlt ersten (und einzigen?) Mal flach – sofort wurde es fast doppelt so gefährlich wie bei den hohen Flanken zuvor. Den fälligen Elfmeter verwandelte Stindl zum leistungsgerechten Ausgleich. Danach rochierte Hoffenheim in der Offensive etwas, sodass aus dem nun etwas tieferen Pressing auch mal Firmino zentral 96-Torwart Zieler anlief, kurzzeitig mit Szalai die Positionen tauschte und Polanski und Schwegler die Seiten tauschten und sich damit auch die leichte Asymmetrie umdrehte. 96 trat gegen den Ball in einer 4-4-2-Anordnung auf, das als schon eher hohes Mittelfeldpressing interpretiert wurde, bei dem das Anlaufen durch die beiden Pressingspitzen jedoch stark reduziert war. Durch eine leicht höhere Stellung Stindls (ihm war wohl völlig zu Recht langweilig) war 96 dabei ebenfalls leicht asymmetrisch unterwegs, dies war jedoch nicht so stark ausgeprägt bzw. ebenfalls nach einigen Minuten nicht mehr vorhanden (oder bis zur Unkenntlichkeit reduziert). Verschieben, blablabla, die Korkut-„Altlasten“ gegen den Ball eben noch. Toljan auf der linken Hoffenheimer Seite schob im Aufbau etwas stärker vor als Rudy rechts, Strobl hielt sich eher zurück und so spielte auch das Gästeteam viele lange Bälle in Richtung ihrer wuchtigen Zielspieler. 96 behalf sich dabei vieler Fouls oder zumindest rustikaler Zweikampfführung, was unter anderem auch für den Beinahe-Führungstreffer der Hoffenheimer sorgte, nachdem Abrahams Kopfball nach Rudys Freistoßflanke vom Innenpfosten parallel zur Torlinie flog und doch nicht den Weg in die Maschen fand.

Insgesamt war Hannover 96 engagiert, teilweise druckvoll, oft schnell und immer simpel im Angriff mit vielen Flanken und wenigen Torchancen. Im Ballbesitz gab es gelegentliche und kurzlebige Überladungsversuche auf Seiten Hannovers zu sehen, was aber eher eine Folge der horizontalen Beweglichkeit von Ya Konan, Prib und Stindl war – und sich so immerhin ein paar wenige Zirkulationsmomente eher unabsichtlich auf der spielintelligenten Seite Hannovers clusterten. Gegen den Ball agierte 96 weniger intensiv im Anlaufen, dadurch natürlich etwas kompakter, foulte viel und verteidigte weitgehend gut wie zuletzt so oft. Nach dem frühen Rückstand hatte 96 mehr vom Spiel, war optisch überlegen, gestattete Hoffenheim aber auch immer wieder Möglichkeiten zum Erzeugen gefährlicher Momente, was diese in der Bilanz eher ambivalent nutzten. Mit einem recht vertretbaren Unentschieden nach einem wenig anspruchsvollen Spiel ging es in die Halbzeitpause.

Die zweite Halbzeit

Die Hoffenheimer gingen den zweiten Durchgang mit einer leichten Anpassung an. Zunächst einmal tauschten die beiden Halbspieler wieder die Seiten zurück, außerdem traten sie nun wieder etwas anders im Pressing auf. Das intensive Anlaufen durch die Halbspieler wurde in vielen Situationen reduziert, dafür waren sie zuvor bereits höher positioniert und standen bereits enger an ihren jeweiligen Gegenspielern, sodass sie die Optionen Hannovers eher verstellten, statt sie unter Druck zu setzen. Im Spielaufbau hielten die Gäste zudem ihre beiden Außenverteidiger etwas tiefer und suchten so wohl nach besseren Möglichkeiten im Aufbau, nutzten diese Anpassung im Verlauf der zweiten 45 Minuten eher selten. In der Offensive positionierte sich Roberto Firmino auffallend konstant im linken Halbraum und etwas weniger zentral als noch zuvor. So sollte er aus diesen Zonen startend mit diagonalen Dribblings für Unordnung und Gefahr sorgen und insbesondere im Umschalten seine Stärken im Angriff ausspielen können. Vielleicht erklärt sich so auch die nach wie vor recht breite Staffelung der beiden Stürmer (Schipplock ersetzte Modeste), da diese so entweder gegenseitig durch einrückende Läufe Raum im Zentrum öffnen oder Firmino Passwege in die Schnittstellen erschließen konnten. Kurzzeitig wurden die Kraichgauer fast etwas 4-3-3-hafter und fanden bei zwei oder drei Umschaltsituationen eigentlich vielversprechende Möglichkeiten vor, verschenkten diese allerdings. Mal verschleppten sie das Tempo auf merkwürdige Weise, mal spielten sie zu direkt in die Tiefe und waren im Nachrücken etwas unausgewogen.

Hannover auf der anderen Seite änderte zunächst wenig, wenngleich sie sich eventuell bietende Vorteile durch das etwas zurückhaltendere Pressing Hoffenheims eher nicht nutzen wollten. Im Umschalten agierte 96 nun sogar noch etwas weiträumiger, was unter anderem zu zwei etwas verrückten Läufen in die Spitze von Salif Sané (und somit einer zumindest fragwürdigen Strafraumszene zwischen Bicakcic und dem Senegalesen) führte. Besonders großer Spielfluss entstand in der Folge auf beiden Seiten nicht wirklich, was auch an vielen Fouls und dem Kampf um zweite Bälle lag. Auf Seiten Hannovers betraten erst der übertrieben talentierte Kenan Karaman (man möchte fast halb-ernst unken, dass sich alleine dafür der Trainerwechsel gelohnt habe) und später noch der Held aus grauer Vorzeit Jan Schlaudraff den Platz. Nachdem Sané in Gefahr eines Platzverweises vom Feld genommen wurde, besetzte Stindl die Position im zentralen Mittelfeld neben Andreasen, was eine nahezu völlige Auflösung der Präsenz im Sechserraum zur Folge hatte. Karaman wurde aber erneut nicht etwa auf seiner Optimalposition im linken offensiven Mittelfeld eingesetzt, sondern mal wieder auf der rechten Seite vergeudet. Mit der Einwechslung Schlaudraffs an Stelle des sich aufgeriebenen Ya Konan wurde das 96-Spiel 4-2-3-1- oder vielleicht sogar 4-1-4-1-hafter. Andreasen besetzte gelegentlich alleine den Raum vor der Viererkette, Schlaudraff driftete ein wenig umher und nahm nach seiner ersten Ballaktion quasi keinerlei Einfluss mehr auf das Spiel (aber ja, klar, muss in die Startelf), Joselu zeigte sich auf Grund der neuen Struktur wieder weiträumiger im Zurückfallen, sodass 96 allerdings auch etwas die Strafraumpräsenz abging. Hannover erarbeitete sich noch ein paar Abschlüsse, die zumeist erneut aus Flanken (mittlerweile aber eher aus dem Halbeld) oder langen Bällen in die Spitze resultierten. So kam Hannover auch im Strafraum zu Möglichkeiten aus guten Abschlusspositionen, doch Joselu und Karaman brachten nicht mehr genug Druck hinter den Ball und verpassten damit die durchaus mögliche Führung.

Dann gestattete 96 den Hoffenheimern einen Konter, der tatsächlich recht schön weil planvoll ausgespielt wurde. Aus dem linken Halbraum startend lief Firmino auf die Defensive Hannovers zu, Schipplock wich nach rechts aus und öffnete damit den Passweg auf den kreuzenden Szalai. Statt zu übergeben musste Albornoz den Ungarn quer über das Feld verfolgen und stellte sich dabei schlecht zum Gegenspieler. Szalai konnte den einlaufenden Schipplock mit einer Flanke bedienen, Marcelo wiederum hatte zu spät auf die geschaffene Unordnung in der Hinterreihe reagiert und konnte Schipplock nicht mehr entscheidend beim Einköpfen stören. In den letzten Minuten stürmten bei 96 Felipe und Schlaudraff neben Joselu, was genug über die Schlussphase der Partie aussagen sollte.

Fazit

„Es geht um einfache Dinge“ (M. Frontzeck), „Im Abstiegskampf geht’s nicht um Schönspielerei“ (tradierte Lebensweisheit): 22 Flanken aus dem Spiel, 24 Fouls, 59 % angekommene Pässe (Korkut-Schnitt: 75%). Tore: 1.

Hannover 96 spielte gegen insgesamt eher enttäuschende Hoffenheimer engagiert, mit hoher Laufbereitschaft, geradlinigen Aktionen in der Offensive und mit einem klaren Plan (Ball – eventuell schnell – nach vorne, laufen, flanken). Es wurde wieder unnötig gefoult, es wurde bis zum Exzess (ok, heute zumindest nachvollziehbar) mit dem Schiedsrichter debattiert, es wurde gegrätscht, es wurde geflankt, es wurde gebolzt – dieser Fußball kam gut an und hat wohl auch Zukunft in Hannover. Das Ergebnis kam sehr unglücklich zu Stande und ist wegen des optischen Eindrucks wohl gemeinhin als ungerechtfertigt bewertet. „Die Mannschaft hat gekämpft, darauf kommt es an!“

Vielleicht geht es in einer Situation, die man gemeinhin als Abstiegskampf bezeichnet, in der man darauf angewiesen ist, möglichst viele Punkte zu gewinnen, in der man also darauf angewiesen ist, möglichst stabil aufzutreten, aber auch nicht primär um einfache Dinge. Sondern um effiziente Dinge. Wie effizient das Aufgeben des Ballbesitzes im Mittelfeld oder Angriffsdrittel zu Gunsten einer hohen Hereingabe in den Strafraum ist, ist aber keine reine Geschmacksfrage, sondern längst statistisch erwiesen: gar nicht. Überhaupt nicht. Kein bisschen.

Strategisch ist es vielleicht aber nicht schlecht: Wenn man der Meinung ist, eine schlechte Mannschaft zu haben, sind Flanken ganz ok (auch statistisch erwiesen). Also sollte man vielleicht konsequent sein, für die nächsten Spiele noch an der Staffelung auf zweite Bälle arbeiten, mehr überraschende Hereingaben provozieren, die nicht gleichförmig und vorhersehbar auf Höhe des Elfmeterpunktes herunterkommen, sondern so wie etwa bei zwei Möglichkeiten von 96 (erste Halbzeit Ya Konan, zweite Halbzeit Joselu) mit mehr Schnitt und etwas stärker in Richtung Rückraum gespielt werden. Die schlechte Nachricht: damit gewinnt man nicht unbedingt gegen mittelgute Mannschaften. Die gute Nachricht: damit kann man auch mal überraschend gegen gute Mannschaften wie Wolfsburg gewinnen. Vor diesem Hintergrund freuen wir uns, dass wir Lars Stindl in dieser Ausrichtung im rechten Mittelfeld wegen seiner fünften Gelben Karte nächste Woche nicht mit ansehen müssen und wünschen ihm viel Vergnügen beim Fußball spielen in Gladbach.

Spieler des Spiels: Manuel Schmiedebach

Scores when he wants.

Kategorien: Taktik-Analyse